Die Rue Meslay und die Revolutionäre aus der ganzen Welt

Ansprache an die Nationalversammlung, für die freien farbigen Bürger der französischen Inseln und Kolonien, 18. Oktober 1789
Ansprache an die Nationalversammlung, für die freien farbigen Bürger der französischen Inseln und Kolonien, 18. Oktober 1789

Vor der Revolution begrüßte Louis XVI., teilweise als Strategie, in seinem Königreich Revolutionäre, die gezwungen waren, aus ihrem Herkunftsland zu fliehen. Paris empfing so die Diaspora der Patrioten aus Holland, Genf, Polen, Italien und Belgien. Als 1789 die Revolution ausbrach, blieben sie nicht untätig, sondern beteiligten sich z.B. an der Einnahme der Bastille, und ein wichtiger Abgeordneter wie Mirabeau konnte sogar mit der Hilfe mehrerer niederländischer Assistenten rechnen! Und dann schien die Revolution in Paris eine universelle revolutionäre Utopie zu präsentieren. Die französische Hauptstadt zog somit diejenigen an, die hofften, der ganzen Welt die Freiheit zu bringen.

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Bei Julien Raimond, Leiter der farbigen freien Presse

Hier wohnte Julien Raimond. Sagt Ihnen der Name nichts? Doch während der Revolution war er einer der Anführer der so genannten "freien farbigen Männer": Diese Frauen und Männer, die in den Kolonien oder manchmal im französischen Mutterland lebten und als Nicht-Weiße galten, waren keine Sklaven. Sie waren frei, aber sie wurden wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert. Julien Raimond, selbst Besitzer einer Indigoplantage in Santo Domingo, setzte sich in den 1780er Jahren für ein Ende der Vorurteile gegenüber Farbigen und für eine Gleichstellung mit den Weißen ein. Er sieht die Revolution als Chance: 1789 tritt er zusammen mit Vincent Ogé der Gesellschaft der amerikanischen Kolonisten bei. Seiner Überzeugungsarbeit ist es zu verdanken, dass 1792, zwei Jahre vor der Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung freier farbiger Menschen anerkannt wurde.

Bei Mary Wollstonecraft, Einsatz für die Rechte der Frauen

Mary Wollstonecraft (Mrs William Godwin)
Mary Wollstonecraft (Mrs William Godwin)

Wenn man an die Verteidigung der Frauenrechte während der Revolution denkt, denkt man an Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frauen und Bürger (1791). Doch die Engländerin Mary Wollstonecraft, die während der Revolution zwei Jahre lang in der Rue Rue Meslée (heute Rue Meslay) lebte, spielte eine viel größere Rolle bei der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter. Fasziniert von der Französischen Revolution, die für England zu radikal war, ließ sie sich zwischen 1792 und 1794 in Paris nieder, wo sie sich mit im Exil lebenden britischen Patrioten, aber auch mit den Girondins, den gemäßigten Republikanern, verbündete. Vornehmlich sie war die Autorin des Aufsatzes "Verteidigung der Frauenrechte" (1792), ein Manifest für die Rechte der Frauen und insbesondere für das Recht auf die gleiche Bildung.

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